2. Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Pillnitz

Gong! „Küchenbrand, Stadtteil Dresden-Söbrigen, Söbrigener Straße. Es kommt zum Einsatz: der Löschzug.“, schallt es aus dem Lautsprecher. Das ist der erste Einsatz des Feuerwehrtages der Jugendfeuerwehr Dresden-Pillnitz. Die Kinder und Jugendlichen springen augenblicklich auf, begeben sich schnell in die Fahrzeughalle, nehmen sich ihre Einsatzkleidung vom Haken und besetzen die Fahrzeuge. Es geht los.

Doch bis es soweit ist, waren eine Menge Arbeit nötig. Das Gerätehaus der Feuerwehr Pillnitz musste vorbereitet werden: Schlafmöglichkeiten geschaffen, Alarmbildschirm und Lautsprecher aufgebaut werden. Zudem waren Versorgungseinkäufe nötig und – nicht zuletzt – mussten die Einsätze organisiert und die Leitstelle unterrichtet werden.

Nachdem am Vortag die letzten Vorbereitungen abgeschlossen worden waren, begrüßten wir die ersten Kinder und Jugendliche am Samstagvormittag. Auf die Minute um 11 Uhr hieß es Antreten zum Dienstbeginn. Unsere, von der Jugendleitung bestimmte, Zugführerin Linda begrüßte alle Mitglieder und verteilte die Funktionen – Einheitsführer, Angriffs- und Wassertrupp sowie die Maschinisten – auf die drei Fahrzeuge. Die besondere Herausforderung für die ältesten Jugendlichen war, dass sie die Führungspositionen selbst übernehmen mussten. Nur die Zugführerin war in die Grundzüge der zu erwartenden Einsätze eingeweiht.


Nach der Fahrzeugübernahme ließ der erste Einsatz zum Glück nicht lange auf sich warten. Auf dem Hof wurde noch einmal ordentlich Krach gemacht und es ging los in Richtung Söbrigen. Vor Ort angekommen machten die Anwohner natürlich große Augen, als elf Jugendliche unterstützt von drei Betreuern Schläuche ausrollten und einen Innenangriff vorbereiteten. Doch die Zugführerin konnte Entwarnung geben. Angriffstrupp, Einheitsführerin Löschfahrzeug stellten nur einen rauchenden Topf mit verbrannten Essensresten fest. Der Anwohner hatte durch das Öffnen der Fenster bereits selbst für eine Entlüftung gesorgt. Zurück zur Wache.

Pünktlich zum Mittagessen musste die Besatzung der Drehleiter zu einem Kleinbrand ausrücken. Mit einem Strahlrohr war dem Papierkorbbrand auf einem Privatgrundstück schnell gelöscht. Danach wurde es etwas ruhiger. Mittagsruhe und der erste Dienstunterricht, Brennen und Löschen, standen auf dem Plan. Währenddessen wurde das Löschfahrzeug zu einer technischen Hilfeleistung alarmiert. Ein Baum war auf einen Weg gestürzt. Ausgerüstet mit Bügelsäge wurde dieser fachmännisch zerlegt. Die Passanten fragten dankenswerterweise die Jugendlichen, ob sie die Einsatzstelle passieren durften. Da schlug das Herz bei einigen schon viel höher.

Nach dem Vespern wurde noch ein kleines Tischtennisturnier veranstaltet. Leider konnte kein echtes Ergebnis verkündet werden, da der Gong wieder ertönte. Alarm für den ganzen Löschzug! Die Brandmeldeanlage des Schlosses Pillnitz hatte ausgelöst. Der Weg war nicht weit, doch vor Ort musste eine Menge getan werden. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes kam der Feuerwehr schon entgegen. Die Zugführerin stieg kurzentschlossen aus und prüfte die Meldung in der Brandmeldezentrale. Mit Laufkarte kam sie zurück und teilte ihre Einheiten ein. Standorte der Fahrzeuge und die Aufgaben der Besatzungen mussten sinnvoll zugeteilt werden. Auf der Lageerkundung durch den Angriffstrupp und Einheitsführer des Löschfahrzeuges stellte sich schnell heraus, dass Rauch im Kellergeschoss zu sehen war. Ein zweiter Trupp machte sich bereit und ging vor. Glücklicherweise wurde erkannt, dass der weiße Rauch aus einer defekten Heizung ausgetreten war. Die Belüftung musste aufgebaut werden. Nach knapp einer halben Stunde war der Einsatz unter den Augen vieler Touristen beendet.

Kaum auf der Wache zurück wurde das Löschfahrzeug erneut alarmiert: ein Verkehrsunfall in Niederpoyritz. Es stellte sich heraus, dass es keine Verletzten gab. Auslaufende Betriebsflüssigkeiten eines Autos mussten gebunden werden. Pünktlich zum Abendessen war die Besatzung wieder auf der Wache. Nachdem sich die Jugendlichen etwas zurückgezogen hatten und die Zeit für sich genießen konnten, gab es zum Abschluss des Abends noch ein kleines Highlight. Auf dem Sportplatz Oberpoyritz hatte sich ein großer Haufen Pflanzenabfälle entzündet. Der ganze Löschzug war vor Ort und mit insgesamt drei Strahlrohren wurden den Flammen zu Leibe gerückt. Bereits auf der Anfahrt war der Feuerschein für die Jugendlichen zu erkennen –für viele ein beeindruckendes Erlebnis. Gegen 11 Uhr abends hieß es Nachtruhe. Trotz des anstrengenden Tages mussten viele Kinder sich noch über ihre Erlebnisse des Tages austauschen.

Am nächsten Morgen war nur noch ein Einsatz abzuarbeiten. In einem Haus war es während Renovierungsarbeiten zu einem Feuer gekommen. Schon in der Durchsage wurde verkündet, dass eine Person vermisst sei. Mit einem Schlag war die Müdigkeit bei allen abgefallen und die Fahrzeuge des Löschzuges besetzt. Im oberen Bereich von Pillnitz wurde der Löschangriff aufgebaut. Ein Trupp ging zur Menschenrettung und ein weiterer zur Brandbekämpfung vor. Überraschenderweise war die Person sehr schnell gerettet. Das Feuer war offensichtlich schon von selbst erloschen, sodass das Gebäude nur noch belüftet und nachkontrolliert werden musste.

Fairerweise sagten die Betreuer den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr jedoch, dass dies der letzte Einsatz des Tages war. So konnten die Zeit bis 11 Uhr genutzt werden das Gerätehaus zu säubern und aufzuräumen. Kurz vor dem Ende hieß es wieder antreten. Zugführerin Linda machte eine umfangreiche Auswertung und bedankte sich bei den Jugendlichen, den Betreuern und allen Helfern für den erfolgreichen Verlauf des Tages. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden musste sieben Einsätze, davon vier mit dem kompletten Löschzug abgearbeitet werden. Sport, ein Arbeitseinsatz und Dienstunterricht standen auf dem Dienstplan. Schlussendlich dankten uns die Jugendlichen und im Nachhinein auch die Eltern für den tollen Ablauf. Nächstes Jahr geht es wieder von vorn los.

Auch die zwei Jugendwarte möchten sich für die Unterstützung danken: an Andreas, Stephanie und Lisa für ihre Unterstützung während des ganzen Tages. Ganz besonders an den Kameraden Torsten für die Vorbereitung und Betreuer fast aller Einsätze, unterstützt wurde er von Lars und Falk, sowie an Christian und Bernd von der Ehren- und Altersabteilung. Vielen Dank auch an Frank Grieger von der Geschäftsstelle Freiwillige Feuerwehr und die geduldigen Kameraden der Leitstelle. Zudem an die Verwaltung und das Sicherheitsunternehmen des Schlosses Pillnitz für die hervorragende vorbereitende Unterstützung und die Durchführung auf dem Gelände und in den historischen Gebäuden.

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